Diskussions- und Vernetzungsveranstaltung: Wie Politik und Wissenschaft Internationale Herausforderungen gemeinsam meistern können

Wie kann man internationale Beziehungen in der Wissenschaft leben? Welche gesellschaftliche Relevanz haben Wissenschaft und Internationales? Mit aktuellen Bezügen, verschiedenen Perspektiven aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Raum zum Netzwerken und Diskutieren, stellte bw-i diese vielschichtigen Fragen mit einer halbtägigen Veranstaltung in Stuttgart am 17. Mai zur Debatte. Der Einladung von bw-i folgten um die 120 Teilnehmer. Zunächst wurde die Vielfalt der Zugänge an das Thema der internationalen Herausforderungen in Vorträgen der Wissenschaftsministerin des Landes, Theresia Bauer, des Präsidenten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW),  Prof. Achim Wambach, und des Direktors Abteilung Strategie des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), Christian Müller deutlich. Die losen Enden der einzelnen Vorträge verdichteten sich wenig später zu einem spannenden Gesamtbild in einem von der Wissenschafts- und Reportagejournalistin Eva Wolfangel moderierten Plenum, an dem neben den Referenten auch der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel und der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg, Prof. Sebastian Kaiser teilnahmen.

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmer aus dem Hochschulbereich untereinander aus, knüpften neue Kontakte und informierten sich an den Ständen, die einige Bildungsinstitutionen sowie bw-i aufgebaut hatten, um ihr Studienangebot zu präsentieren.

Der Geschäftsführer von bw-i, Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr ermutigte in seiner Begrüßungsrede das Publikum, das Angebot von bw-i mit ihren zahlreichen Veranstaltungen im Bereich der Internationalisierung für sich zu nutzen. Es sei befruchtend, sagte er, als Hochschulvertreter auch einmal an einer gemischten Delegationsreise ins Ausland mit wirtschaftlichen Bezügen teilzunehmen. In diesem Kontext erinnerte er daran, dass gerade in Baden-Württemberg Wirtschaft und Wissenschaft zusammengehörten. „Baden-Württemberg spielt weltweit eine wichtige Rolle. Nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Wissenschaft spielen wir an der Spitze mit“, sagte er.

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hob in ihrer Rede die Bedeutung des Globalen für die Wissenschaft und die Bedeutung der Wissenschaft für den Fortschritt in der Welt hervor. „Wissenschaft verbreitet Wissen global in einem nie gekannten Ausmaß. Wissenschaft ist der Schlüssel für unsere Innovationsfähigkeit und nicht minder ein Treiber als es unsere globalisierte Wirtschaft auch ist“, sagte sie. Angesichts spürbarer Gegenkräfte müsse Baden-Württemberg seine erfolgreichen Modelle wie beispielsweise die Tradition der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit ihrem anwendungsorientierten Forschungsansatz weiter globalisieren und das seine mit Grundüberzeugungen dazu beitragen, damit Wissenschaft weiterhin Freiräume und Vertrauen weltweit genieße. 

Christian Müller, Direktor Abteilung Strategie des DAAD äußerte sich in seinem Vortrag überzeugt darüber, dass die Wissenschaft und damit auch die Wissenschaftsdiplomatie eine tragende Rolle im Überwinden heutiger und zukünftiger Limitationen spielt. Als Beispiele für  immer wiederkehrende Limitationen nannte Müller Visaerschwernisse für Forscher weltweit durch neue Nationalismen oder das plötzliche Aufkünden gut laufender Partnerschaften im Hochschulbereich auf Grund politischer Zerwürfnisse.

Prof. Achim Wambach, Präsident des ZEWs sprach in seinem Vortrag die Empfehlung aus, stärker im Verbund zu forschen,  gezielt Forschung in Schlüsseltechnologien zu fördern und dabei mit starken Partnern im Ausland zu kooperieren. Er gewährte dem Publikum Einblick in internationale Studien, an denen das ZEW beteiligt war. Erkenntnisse waren dabei unter anderem, dass Innovationsausgaben in Deutschland immer mehr von Großunternehmen und weniger von  kleinen und mittelständischen Unternehmen getätigt würden und Deutschland in der Digitalisierung im internationalen Vergleich  Aufholbedarf habe. Insgesamt jedoch könne Deutschland bei Innovationen mit den führenden Nationen mithalten, so Wambach.