Außeruniversitäre Forschung

Kaum eine Region in Europa verfügt über eine so große Zahl an Forschungsstätten wie Baden-Württemberg. Internationale und nationale Großforschungszentren wie das European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie oder das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sind hier ebenso zu Hause wie das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und eine Vielzahl von Instituten namhafter Forschungsgesellschaften: So liegen 12 Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, drei Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft und 17 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft in Baden-Württemberg.

Max-Planck-Gesellschaft 

Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. ist eine unabhängige gemeinnützige Forschungsorganisation. Ihre Institute widmen sich primär der anwendungsoffenen Grundlagenforschung in ausgewählten Bereichen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften und schaffen mit ihren Entdeckungen und Erkenntnissen die Basis für wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutsame Innovationen. Keine wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland hat mehr Nobelpreisträger in ihren Reihen – darunter Klaus von Klitzing und Christiane Nüsslein-Volhard. Die Forschungsthemen der Max-Planck-Institute ergänzen die Arbeit an den Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen. Baden-Württemberg beherbergt insgesamt elf Max-Planck-Institute und ein Teilinstitut.

Die Max-Planck-Gesellschaft beschäftigt im Land rund 2.800 Mitarbeiter und darunter zahlreiche Forscher aus der ganzen Welt. Über vielzählige Forschungsprojekte mit ausländischen Partnern sind die Max-Planck-Institute international vernetzt.

International Max Planck Research Schools 

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses spielt in der Forschungspolitik der Max-Planck-Gesellschaft eine zentrale Rolle. Ein wichtiges Element sind dabei die International Max Planck Research Schools (IMPRS): Dies sind strukturierte Doktorandenprogramme in innovativen und interdisziplinären Gebieten wie Molekularbiologie, Neurowissenschaften, Demografie, Plasmaphysik, Polymerforschung und Informatik. In Baden-Württemberg sind elf solcher Research Schools beheimatet. Sie bieten begabten deutschen und ausländischen Studierenden die Möglichkeit, unter exzellenten Forschungsbedingungen zu promovieren. Rund die Hälfte der Teilnehmer kommt aus dem Ausland und schließt die Promotion wahlweise an einer deutschen oder an der Heimatuniversität ab. 

Helmholtz-Gemeinschaft 

Die Helmholtz-Gemeinschaft beschäftigt 38.000 Mitarbeiter in 18 naturwissenschaftlich-technischen und medizinisch-biologischen Forschungszentren. Die Forscher arbeiten an Lösungen zu den großen und drängenden Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung findet in sechs Bereichen statt: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Materie, Schlüsseltechnologien sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Mit einem Jahresbudget von über 4 Milliarden Euro ist die Helmholtz-Gemeinschaft die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Mit dem KIT und dem DKFZ, der größten biomedizinischen Forschungseinrichtung in Deutschland, haben zwei Helmholtz-Zentren ihren Sitz in Baden- Württemberg. Weitere sind im Land vertreten: die sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung mit insgesamt neun Standorten und das DLR mit zwei Standorten. Das DLR betreibt umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit. In Baden-Württemberg angesiedelt sind ferner das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg sowie das Helmholtz- Institut für Elektrochemische Energiespeicherung in Ulm (HIU).

Leibniz-Gemeinschaft 

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 88 selbstständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Die Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz- Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. In Baden-Württemberg haben sieben Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft ihren Sitz. 

Fraunhofer-Gesellschaft 

Die 1949 gegründete Fraunhofer-Gesellschaft fördert und betreibt international vernetzt anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vorteil für die Gesellschaft. Vertragspartner und Auftraggeber sind Industrie und Dienstleistungsunternehmen sowie die öffentliche Hand. Ziel der Forschungstätigkeit ist die Umsetzung der Ergebnisse in innovative Produkte und Dienstleistungen. Die Fraunhofer- Institute betreiben auch eigene Vorlaufforschung, um so Einfluss auf die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologie zu nehmen. Forschungsthemen sind Gesundheit und Umwelt, Schutz und Sicherheit, Mobilität und Transport, Produktion und Dienstleistung, Kommunikation und Wissen sowie Energie und Rohstoffe. Die Fraunhofer-Institute sind miteinander in Institutsverbünden oder in gemeinsamen Forschungsprojekten vernetzt und arbeiten eng mit externen Partnern wie Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen zusammen. In Baden-Württemberg ist die Fraunhofer-Gesellschaft mit insgesamt 13 Instituten, einer Außenstelle eines Fraunhofer-Instituts und 3 Projektgruppen vertreten.  

Innovationsallianz Baden-Württemberg 

Im Mittelstandsland Baden-Württemberg spielt die Innovationsallianz Baden-Württemberg (inn-BW) mit ihrer wirtschaftsnahen, anwendungsorientierten Forschung eine bedeutende Rolle. Die innBW ist ein Bündnis aus 13 selbstständigen Einrichtungen der wirtschaftsnahen Forschung mit insgesamt 1.200 Mitarbeitern. Die Institute orientieren sich am Bedarf der Wirtschaft und erschließen Technologiefelder, die für die Wirtschaft bedeutsam werden. Mit rund 2.500 Industrieprojekten in den Zukunftsfeldern Gesundheit und Pflege, Nachhaltige Mobilität, Energie und Umwelttechnologie sowie Information und Kommunikation ist die innBW wichtige Säule des Technologietransfers im Land. Dabei macht der Hauptteil der Arbeit die Auftragsforschung für kleinere und mittlere Unternehmen aus. Für die Entwicklung innovativer Produkte stehen die Querschnittstechnologien Werkstoffe und Oberflächen, Mikrosystemtechnik/-elektronik, Digitalisierung, Nanotechnologie, Biotechnologie, Photonik, Produktionstechnik und Managementsysteme im Fokus. Die Innovationsallianz übernimmt eine wichtige Brückenfunktion zwischen der grundlagenorientierten Forschung an den Hochschulen und der technischen Entwicklung in den Unternehmen. Die Leiter der meisten Institute sind zugleich auch Inhaber eines Lehrstuhls an einer Hochschule oder leiten ein Universitätsinstitut. Damit ist ein enger Austausch von Wissen und Personal zwischen den unabhängigen Forschungseinrichtungen und den Hochschulen sichergestellt. Zugleich können Studierende und Doktoranden durch praxisnahe Studienabschluss- oder Doktorarbeiten weitere Qualifikationen für eine Beschäftigung in der Wirtschaft erwerben.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften 

Die wissenschaftliche Akademie des Landes Baden-Württemberg ist eine der acht deutschen Akademien der Wissenschaften. Sie ist Gelehrtengesellschaft und moderne außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit derzeit 20 Projekten. Die Akademie veranstaltet wissenschaftliche Tagungen sowie öffentliche Vortragsreihen und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs.  

European Molecular Biology Laboratory 

Das EMBL mit Sitz in Heidelberg wurde 1974 gegründet und wird von mehr als zwanzig Mitgliedstaaten unterstützt. Kernaufgaben sind: molekularbiologische Grundlagenforschung, Aus- und Weiterbildung, wissenschaftliche Serviceleistungen, Entwicklung neuer Instrumente und Methoden für die Forschung, Technologietransfer und Vernetzung der Biowissenschaften in Europa. 

Institute for Transuranium Elements 

Aufgabe des 1963 in Karlsruhe gegründeten ITU ist die Bereitstellung der wissenschaftlichen Grundlagen für den Schutz vor den Gefahren hochradioaktiver Materialien. Das Institut ist Teil der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Center -JRC) der EU-Kommission.

Baden-Württemberg International

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